Der Grund? Content. Texte fehlen, Bilder sind nicht freigegeben, rechtliche Abstimmungen verzögern sich. Was nach einem Randproblem klingt, ist tatsächlich einer der häufigsten Projektkiller bei Website-Relaunches. Bei Relaunch-Projekten trifft dieses Problem Unternehmen besonders hart: Plötzlich steht alles gleichzeitig an: neuen Content erstellen, bestehende Inhalte sichten und alles in neue Strukturen überführen. Und das alles, während das Tagesgeschäft im Marketing-Team weiterläuft. In diesem Expertentipp zeigen wir Euch, warum Content zum Bottleneck wird und wie Ihr frühzeitig gegensteuert.
Content entscheidet über Projekterfolg oder Verzögerung. Diese fünf Erkenntnisse helfen Euch, den häufigsten Bottleneck im Relaunch zu vermeiden.
Ein Content-Bottleneck entsteht, wenn die Content-Erstellung, Pflege oder Migration nicht mit dem technischen Projektfortschritt mithalten kann. Das Ergebnis sind fertige Seiten ohne Inhalte und verzögerte Go-Live-Termine.
Der Begriff Content-Bottleneck beschreibt eine Engstelle im Projektablauf, an der Content-Aufgaben den Gesamtfortschritt blockieren. Bei einem Website-Relaunch betrifft das drei Bereiche:
Während Design und Entwicklung häufig klar terminiert sind, bleibt Content oft eine softe Aufgabe ohne feste Deadline. Der Engpass entsteht, weil in kurzer Zeit eine große Menge Content gesichtet, überarbeitet, neu erstellt und zum Schluss noch ins Backend übertragen werden muss. Gleichzeitig läuft das Tagesgeschäft im Marketing-Team weiter.
In der Praxis zeigt sich das Problem meist in der Schlussphase des Projekts. Die technische Basis steht, doch die Seiten bleiben leer. Texte für Produktseiten fehlen, Teamfotos sind veraltet, rechtliche Hinweise müssen neu formuliert werden. Durch veränderte Seitenstrukturen im Relaunch entstehen oft komplett neue Seiten, für die noch gar kein Content existiert. Übersichtsseiten, Kategorie-Landingpages oder neue Service-Bereiche müssen von Grund auf getextet werden.
Erschwerend kommt hinzu: Viele Inhalte erfordern Abstimmungen mit Fachabteilungen, der Geschäftsführung oder sogar externen Partnern. Diese Abhängigkeiten werden bei der Projektplanung selten berücksichtigt. Das Ergebnis ist Stillstand bei voller Auslastung: Alle arbeiten, aber das Projekt kommt nicht voran.
Content wird aus drei Gründen unterschätzt: mangelnde Sichtbarkeit im Projektplan, unterschätzte Komplexität und fehlende Verantwortlichkeiten. Diese Kombination führt regelmäßig zu Verzögerungen.
Website-Projekte werden traditionell aus visueller und technischer Perspektive geplant. Meilensteine wie "Freigabe des Layouts" oder "CMS-Setup abgeschlossen" sind klar definiert. Content erscheint dagegen als begleitende Aufgabe, die nebenbei erledigt wird. Diese Annahme ist ein Trugschluss. Ein mittelständisches Unternehmen mit 50 Unterseiten muss bei einem Relaunch 50 Seiten mit eigenem Text, eigenen Bildern und eigenen Meta-Daten prüfen, überarbeiten oder neu erstellen. Bei komplexen Websites mit Produktkatalogen, Blog-, News- und Presse-Archiven sowie mehrsprachigen Inhalten multipliziert sich der Aufwand. Das bestätigt auch eine Analyse von Sakas & Company: Content-Verzögerungen sind einer der häufigsten Gründe, warum Website-Projekte ihren Zeitplan nicht einhalten. Aus unserer über 25-jährigen Erfahrung können wir das nur unterstreichen.
Daher adressieren wir das Thema Content bereits in der Konzeptionsphase proaktiv.
Ihr wollt wissen, wie unsere Projektplanung aussieht? Verschafft Euch direkt einen ersten Eindruck:
Details zum Projektmanagement
Bei einem Website-Relaunch fallen vier Kategorien von Content-Aufgaben an: Audit, Migration, Neuerstellung und Übersetzungen. Jede Kategorie erfordert eigene Ressourcen und Kompetenzen.
Ein Content-Audit bildet die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen. Dabei wird der gesamte Bestand der aktuellen Website erfasst und bewertet. Welche Inhalte performen gut und sollten übernommen werden? Welche sind veraltet oder redundant? Welche Lücken gibt es in der Content-Abdeckung? Ein systematischer Audit umfasst typischerweise eine Inventarisierung aller Seiten und Assets, eine Bewertung nach Aktualität und Relevanz, eine SEO-Analyse bestehender Rankings sowie eine Gap-Analyse für fehlende Themen. Der Audit sollte idealerweise parallel zur Designphase erarbeitet werden. Laut Content Marketing Institute ist ein fehlender oder verspäteter Audit einer der Hauptgründe für Content-Engpässe. In der Praxis beginnt er oft erst, wenn die technische Entwicklung bereits so gut wie abgeschlossen ist. Wir unterstützen Euch bei einem Audit und erfassen gemeinsam den aktuellen Stand.
Die Content-Migration bezeichnet die Übertragung bestehender Inhalte in das neue System. Je nach CMS-Wechsel kann dies automatisiert oder manuell erfolgen. Bei einem TYPO3-zu-TYPO3-Relaunch mit neuer Seitenstruktur ist meist manuelle Arbeit erforderlich. Besondere Herausforderungen entstehen bei der Übernahme von strukturierten Daten wie Produktkatalogen oder auch bei der Überführung der Inhalte in neue Content-Module. Laut einem Guide von Storyblok sollte die Migration mit einem Pilotprojekt starten: Eine kleine Sektion wird zuerst ins neue System übertragen, um die einheitliche Nutzung der Module sowie den Seitenaufbau zu testen, bevor die Massenübertragung beginnt. In unserer Erfahrung hat es sich bewährt, die Aufgaben zwischen internem Marketing-Team und Agentur aufzuteilen, um die Projektlaufzeit möglichst klein zu halten und den Workload auf beiden Seiten zu verteilen.
Die Neuerstellung betrifft alle Inhalte, die für die neue Website komplett neu konzipiert werden müssen. Das können neue Service-Seiten sein, die aus der veränderten Struktur entstehen, aber auch komplett neue Content-Formate wie LLM-optimierte FAQ-Bereiche, Glossare oder Blog-Serien. Hier liegt oft die größte Unbekannte im Projekt: Der Umfang der Neuerstellung wird erst klar, wenn Audit und Strukturplanung abgeschlossen sind. Je nach Umfang der strukturellen Änderungen kann die Neuerstellung den größten Teil des Content-Aufwands ausmachen. Diese Arbeit erfordert nicht nur Schreibkompetenz, sondern auch Fachexpertise aus verschiedenen Unternehmensbereichen.
Bei mehrsprachigen Websites multipliziert sich der Content-Aufwand entsprechend der Anzahl der Sprachversionen. Jede Seite muss nicht nur übersetzt, sondern oft auch lokalisiert werden: Andere Märkte haben andere Anforderungen an Ansprache, rechtliche Hinweise und teilweise sogar an das Produktsortiment. Zusätzlich stellt sich eine strategische Frage: Gehen alle Sprachversionen gleichzeitig live oder gestaffelt? Ein zeitgleicher Launch aller Sprachen erhöht den Druck auf das Content-Team erheblich. Ein gestaffelter Launch entzerrt den Aufwand, birgt aber Risiken: Wenn Sprachversionen vorübergehend offline gehen, drohen Ranking-Verluste in den betroffenen Märkten. Wir empfehlen, diesen Punkt früh in der Projektplanung zu klären und einen realistischen Launchplan für jede Sprache zu definieren.
Die Verantwortung für Content ist oft unklar verteilt. Eine unmissverständliche Rollenverteilung zwischen Agentur und internem Team verhindert Missverständnisse und Verzögerungen.
Wir als Agentur übernehmen typischerweise die konzeptionelle, visuelle sowie technische Umsetzung:
Bei Content-Arbeiten ist die Rollenverteilung weniger eindeutig: Texterstellung, Aufbau von logischen Strukturen, Bildredaktion und Suchmaschinen-Optimierung (SEO) sollten verteilt werden. Diese Leistungen sind jedoch zusätzlich zu budgetieren und erfordern intensive Briefings. Wir von LOUIS INTERNET können Euch bei der Strukturierung, einem Content-Audit und bei der finalen Optimierung sowie SEO-optimierten Pflege unterstützen.
Was deutlich besser aus dem eigenen Marketing-Team kommen sollte, ist das unternehmensinterne Wissen. Das betrifft beispielsweise Produktdetails, Unternehmensgeschichte, Teamvorstellungen und branchenspezifische Inhalte.
Die Hauptverantwortung für Content liegt beim internen Marketing-Team. Dieses koordiniert Freigaben, liefert Fachexpertise und stellt sicher, dass Inhalte der Markensprache entsprechen. Entscheidend ist, die bereits genannten Abhängigkeiten aktiv zu managen: Im Projektplan sollten Zulieferungen aus anderen Abteilungen als eigenständige Meilensteine erscheinen, nicht als Nebensächlichkeit. Ein dedizierter Content-Verantwortlicher, der während des Projekts als zentrale Anlaufstelle fungiert, beschleunigt Abstimmungen erheblich und verhindert, dass Aufgaben zwischen Abteilungen liegen bleiben.
Mit diesen fünf Maßnahmen integriert Ihr Content-Aufgaben von Anfang an in Eure Projektplanung. In unseren Projekten begleiten wir Euch dabei von der Audit-Phase bis zum Go-Live.
Als Digital-Agentur begleiten wir Relaunch-Projekte von der Konzeption bis zum Go-Live. Was uns dabei unterscheidet: Wir übernehmen neben Design und Technik auch die Content-Begleitung von der Audit-Phase bis zur finalen Pflege.
Unser Content-Support umfasst:
Wir wissen aus über 25 Jahren Erfahrung mit Enterprise-Projekten: Content-Planung entscheidet über Projekterfolg oder -verzögerung. Deshalb adressieren wir das Thema aktiv in der Konzeptionsphase, nicht erst wenn die Deadline näher rückt.
Erfahrt hier Details zu unserer Contentarbeit:
Contentmanagement bei LOUIS INTERNET
Die häufigsten Fragen unserer Kunden zum Thema Content bei Website-Relaunches. Hier findet Ihr praxisnahe Antworten aus unserer Projekterfahrung.
Die Dauer hängt vom Umfang der Website und dem Anteil neuer Inhalte ab. Für eine mittelgroße Unternehmenswebsite mit 30 bis 50 Seiten solltet Ihr vier bis acht Wochen für Content-Aufgaben einplanen. Bei umfangreichen Projekten mit Produktkatalogen oder mehrsprachigen Inhalten kann der Zeitraum auf drei bis vier Monate anwachsen.
Ja, das ist sogar empfehlenswert. Sobald die Seitenstruktur und Templates definiert sind, kann die Content-Erstellung beginnen. Der Prozess wird dadurch parallelisiert und die Projektlaufzeit geschmälert. Die Texte werden zunächst in einem separaten System wie Google Docs oder einem Content-Hub erstellt und erst zur Befüllung in das CMS übertragen.
Das hängt von Euren Kapazitäten und der Textart ab. Unternehmens- und produktspezifische Inhalte profitieren von internem Fachwissen. Allgemeine Texte, SEO-Artikel oder strukturierte Formate wie FAQs können effizient von uns erstellt werden. Die beste Lösung ist oft eine Kombination: Interne Expertise gepaart mit externer Umsetzungskapazität.
Startet den Content-Audit vor dem offiziellen Projektbeginn. Definiert Content-Meilensteine mit klaren Verantwortlichkeiten. Plant realistische Puffer ein und kommuniziert einen Content-Freeze. Mit dieser Vorbereitung wird Content vom Risikofaktor zur planbaren Projektgröße.
Bei mehrsprachigen Websites multipliziert sich der Content-Aufwand entsprechend der Anzahl der Sprachversionen. Klärt frühzeitig, ob alle Sprachen gleichzeitig oder gestaffelt live gehen. Ein gestaffelter Launch entzerrt den Aufwand, birgt aber Risiken: Wenn Sprachversionen vorübergehend offline gehen, drohen Ranking-Verluste in den betroffenen Märkten.
Content muss kein Risikofaktor sein. Mit frühzeitiger Planung, klaren Verantwortlichkeiten und realistischen Puffern wird er zur planbaren Projektgröße.
Content ist bei Website-Relaunches kein Nebenschauplatz, sondern oft der entscheidende Faktor für den Projekterfolg. Die technische Umsetzung eines TYPO3-Relaunches lässt sich präzise planen und terminieren. Content-Aufgaben dagegen sind von internen Abstimmungen, Fachexpertise und kreativen Prozessen abhängig, die sich schwerer steuern lassen.
Die gute Nachricht: Mit frühzeitiger Planung, klaren Verantwortlichkeiten und realistischen Zeitpuffern könnt Ihr den Content-Bottleneck vermeiden. Startet mit einem Content-Audit, definiert Meilensteine und zieht bei Bedarf externe Unterstützung hinzu. So wird Content vom versteckten Risiko zur kontrollierbaren Projektgröße. Je früher Ihr das Thema angeht, desto entspannter wird die heiße Phase vor dem Launch für Euch.
Bereit dafür, Euer Content-Bottleneck aufzulösen?
Ihr plant einen Website-Relaunch und möchtet Content von Anfang an mitdenken? Wir unterstützen Euch bei der Planung, Strukturierung und Umsetzung. Sprecht uns an für eine unverbindliche Erstberatung.
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