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Hat Eure Website ein UX-Problem? 7 Indi­zien, die es verraten

Expertentipps
#Konzept & Kreation

Eure Web­si­te sieht gut aus. Aber ir­gen­d­et­was stimmt nicht: Die Zah­len sind ent­täu­schend, Nut­zen­de sprin­gen ab, An­fra­gen blei­ben aus.

Ein nachdenklicher Mann steht vor einem Computerbildschirm mit einem Labyrinth und einer Frageblase. Der Hintergrund ist blau.
Ein männliches Porträt in einem schwarzen Pullover mit Brille und einem leichten Bart, steht in neutraler Pose.
Autor*innen & Projekt-Team: Kristina, Martin, Dionysos
| Zuletzt aktualisiert am:

Stellt Euch vor: Jemand besucht Eure Website, ist grundsätzlich interessiert, verlässt sie aber nach 20 Sekunden wieder. Ohne Anfrage, ohne Klick, ohne Rückmeldung. Was ist passiert? In den meisten Fällen kein technischer Defekt, sondern ein stilles Kommunikationsproblem zwischen Eurer Website und ihren Besuchern.

Probleme in der User Experience (UX) fallen nicht auf. Sie erzeugen keine Fehlermeldungen, keine Beschwerden, keine sichtbaren Spuren. Sie zeigen sich in Zahlen, die hinter Erwartungen zurückbleiben. Wer weiß, worauf er achten soll, erkennt sie frühzeitig. In unseren Projekten begegnen uns immer wieder dieselben Muster. Sieben davon stellen wir Euch in diesem Artikel vor.

Das passiert schneller, als wir denken. Wer zum Beispiel einen Supermarkt betritt und sich nicht sofort orientieren kann – unklare Beschilderung, chaotische Auslage, kein erkennbarer Weg – dreht instinktiv um, kauft nichts oder kommt nie wieder. Nicht aus Ungeduld, sondern weil das Gehirn in Millisekunden entscheidet: Hier finde ich nicht, was ich suche. Websites funktionieren genauso. Aufbau, Struktur und erster Eindruck sind keine ästhetischen Fragen – sie sind unterbewusste Entscheidungsmomente, die über Bleiben oder Gehen bestimmen, bevor ein einziges Wort gelesen wurde.

Key Takea­ways

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:

  • UX-Probleme bleiben oft unsichtbar, weil Nutzende einfach abspringen statt sich zu beschweren
  • Hohe Absprungraten, abgebrochene Formulare und fehlende Klicks auf Call-to-Action Buttons (CTAs) sind typische Warnsignale
  • Mobile-Erfahrung und Ladezeit gehören zu den häufigsten, aber unterschätzten UX-Baustellen
  • Auch die Suchfunktion und wiederkehrende Nutzerfragen liefern wertvolle UX-Hinweise
  • Ein UX-Audit schafft Klarheit darüber, wo Eure Website User verliert und warum

Was ist denn ein UX-Problem?

Ein UX-Problem liegt vor, wenn Nutzende auf einer Website nicht intuitiv finden oder tun können, was sie möchten. Das betrifft Navigation, Formulare, Texte und die gesamte Nutzerführung.

User Experience (UX) beschreibt das gesamte Erleben eines Users auf einer digitalen Plattform. Dazu gehören Orientierung, Verständlichkeit, Geschwindigkeit und das Vertrauen, das ein Interface aufbaut oder zerstört. Ein UX-Problem ist nicht unbedingt ein Fehler im technischen Sinne. Die Seite lädt, der Button funktioniert. Aber Nutzende verstehen nicht, was sie tun sollen, und brechen ab. Genau das kostet Euch Leads, Anfragen und Umsatz.

Die 7 Warn­si­gnale: Woran Ihr UX-Probleme erkennt

Diese sieben Muster begegnen uns in unseren Projekten am häufigsten. Jedes einzelne kann bereits auf ein UX-Problem hinweisen. Treffen mehrere zu, ist eine systematische Analyse dringend empfehlenswert.

1: Eure Absprungrate auf wichtigen Seiten ist hoch

Die Absprungrate zeigt, wie viele Nutzende eine Seite besuchen und direkt wieder verlassen. Auf Landingpages, Leistungsseiten oder der Kontaktseite ist sie ein klarer Indikator für fehlende Orientierung.

Wenn Nutzende kommen und sofort wieder gehen, stimmt etwas mit dem ersten Eindruck nicht.

Eine hohe Absprungrate auf einer Landingpage, einer Produktseite oder der Kontaktseite ist eines der deutlichsten Warnsignale. Sie sagt: Nutzende haben die Seite besucht, aber nicht das gefunden, was sie erwartet haben. Oder sie haben den nächsten Schritt nicht erkannt.

Die Ursachen sind vielfältig. Häufig liegt es an:

  • fehlenden oder unklaren Call-to-Action
  • zu langen Texten ohne visuelle Strukturierung 
  • einem nicht eingelösten Versprechen aus der Suchanfrage

In unseren Projekten zeigt sich: Schon kleine Anpassungen an der Seitenstruktur und der Headline können die Absprungrate spürbar senken. Entscheidend ist, dass der User in den ersten Sekunden versteht, worum es geht und was er als Nächstes tun soll.

2: Formulare werden häufig begonnen, aber nicht abgeschickt

Formular-Abbrüche lassen sich in Analytics-Tools direkt messen. Sie zeigen, an welchem Schritt Nutzende das Interesse verlieren und liefern damit konkrete Hinweise auf Reibungspunkte im Prozess.

Formular-Abbrüche sind messbar und ein zuverlässiger Hinweis auf Reibungspunkte.

Wer ein Formular öffnet, hat bereits Interesse. Wenn er abbricht, hat irgendwo etwas sein Vertrauen oder seine Geduld strapaziert. Das ist ein klassisches UX-Problem, das sich in den Daten gut ablesen lässt.

Die häufigsten Ursachen für Formular-Abbrüche: 

  • zu viele Pflichtfelder
  • unklare Feldbezeichnungen
  • fehlende Erklärungen bei sensiblen Angaben wie Telefonnummern
  • ein Formular, das auf dem Smartphone kaum bedienbar ist 

In unseren Projekten sehen wir regelmäßig, dass Formulare mit fünf oder mehr Feldern deutlich schlechtere Abschlussraten erzielen als solche mit drei Feldern und einem optionalen vierten. Weniger ist hier tatsächlich mehr. Wer Conversion will, muss Hemmschwellen reduzieren. 

3: Der wichtigste Button auf Eurer Seite wird kaum geklickt

Der Call-to-Action ist das Herzstück jeder Seite mit Conversion-Ziel. Wenn er nicht funktioniert, liegt das fast immer an Formulierung, Position oder visuellem Kontext, nicht am mangelnden Interesse der Nutzenden.

Wenn der Call-to-Action nicht klickt, liegt es selten am Nutzer.

Ein Button existiert, er ist sichtbar und er funktioniert. Trotzdem klickt kaum jemand darauf. Das klingt paradox, ist aber ein häufiges Muster in UX-Analysen. Die Ursache liegt meistens in der Formulierung, der Positionierung oder dem visuellen Kontext des Buttons.

„Mehr erfahren" ist eine der am häufigsten verwendeten und gleichzeitig schwächsten CTA-Formulierungen im deutschen Web. Sie gibt keinen Hinweis darauf, was passiert, wenn der User klickt. Deutlich besser funktionieren Formulierungen, die konkret benennen, was folgt: „Jetzt unverbindlich anfragen", „Erstgespräch vereinbaren" oder „Angebot anfordern". Ebenso entscheidend: Der wichtigste CTA gehört sichtbar über den Fold, nicht erst ganz unten auf der Seite und sollte auch zwischendurch immer wieder an passenden Stellen gestreut werden oder sichtbar im Viewport stehen bleiben.

4: Nutzer finden Eure Kontaktseite nicht auf Anhieb

Die Kontaktseite zählt zu den meistgesuchten Zielen auf jeder Unternehmenswebsite. Wer sie nicht sofort findet, verliert Vertrauen und verlässt die Seite häufig ohne Aktion.

Wer suchen muss, zweifelt bereits.

Die Kontaktseite gehört zu den meistbesuchten Seiten jeder Unternehmenswebsite. Wenn User sie nicht auf Anhieb finden, ist das ein deutliches Warnsignal für Navigationsprobleme. In der Praxis lässt sich das gut beobachten: Nutzende scrollen zurück zur Navigation, klicken auf den Footer, suchen nach dem Logo.

Gute UX bedeutet, dass Nutzende nie nachdenken müssen, wo sie suchen sollen. Die Kontaktmöglichkeit gehört in die Hauptnavigation, prominent und eindeutig beschriftet. Der gleiche Grundsatz gilt für weitere wichtige Seiten: Leistungen, Referenzen, Über uns. Wenn Eure Navigation aus mehr als sieben Hauptpunkten besteht oder tief verschachtelt ist, verlieren User die Orientierung. Eine klare, flache Struktur ist kein Luxus, sondern Grundlage.

Das Gleiche gilt für die Inhalte der Kontaktseite selbst. Viele Unternehmen bilden dort ihre interne Struktur ab – Abteilungen, Ansprechpartner nach Ressort, Zuständigkeitslisten. Für Nutzende ist das oft eine Sackgasse: Sie müssen erst verstehen, wie das Unternehmen funktioniert, bevor sie ihr Anliegen stellen können. Sinnvoller ist eine Struktur nach Kontaktanlässen: Projektanfrage, Support, Presse, Karriere. So landet jeder dort, wo das Gespräch wirklich beginnen kann.

5: Eure Website funktioniert auf dem Smartphone anders als am Desktop

Mehr als die Hälfte aller Websitebesuche findet heute auf mobilen Geräten statt. Eine Website, die auf dem Desktop gut funktioniert, aber auf dem Smartphone Probleme bereitet, verliert täglich potenzielle Kontakte.

Mobile-Nutzer sind keine Randgruppe mehr.

Ein großer Teil des Webtraffics kommt heute vom Smartphone. Wenn die mobile Version Eurer Website Texte zeigt, die zu klein sind zum Lesen, Buttons, die sich kaum antippen lassen, oder Layouts, die auseinanderfallen, verliert Ihr einen erheblichen Teil Eurer potenziellen Kontakte.

Mobile-Optimierung ist dabei mehr als responsives Layout. Es geht darum, wie sich die Seite anfühlt: Sind die wichtigsten Inhalte ohne Scrollen erreichbar? Sind Formulare auf dem Touchscreen bedienbar? Passt die Navigation zum Daumen-Radius eines Smartphone-Nutzers? In unseren Projekten begegnen uns mobile UX-Probleme regelmäßig auch bei Websites, die technisch als responsive gelten. Ein kurzer Selbsttest auf verschiedenen Geräten zeigt oft mehr als jede Analyse.

6: Eure Website-Suche liefert häufig keine Ergebnisse

Eine gut eingerichtete Website-Suche ist heute kein Notbehelf, sondern ein zentrales Navigationsmittel. Das eigentliche Warnsignal sind nicht viele Suchanfragen, sondern Suchanfragen ohne Treffer.

Suchen ohne Ergebnis zeigen, wo Eure Website Nutzende verliert.

Wenn User nach einem Begriff suchen und keine Ergebnisse erhalten, passiert zweierlei: Entweder fehlt der gesuchte Inhalt auf der Website komplett, das ist dann eine Content-Lücke. Oder der Inhalt existiert, wird aber anders benannt als der Nutzende es erwartet, das ist ein Sprach- oder Begriffsthema, welches es zu lösen gilt. 

Die gute Nachricht: Nulltreffer-Suchen lassen sich in Analytics direkt auswerten. In unseren Projekten liefert diese Analyse regelmäßig überraschend konkrete Hinweise: Nutzende suchen nach Leistungen, die die Website unter anderem Begriff führt, nach Ansprechpartnern, die nicht auffindbar sind, oder nach Inhalten, die schlicht fehlen. Wer weiß, wonach seine Besucher:innen suchen und nichts finden, hat eine klare Prioritätenliste für die nächste Website-Überarbeitung.

7: Ihr bekommt immer wieder dieselben Fragen per Telefon oder E-Mail

Wiederkehrende Anfragen per Telefon oder E-Mail sind direktes Nutzerfeedback. Sie zeigen, welche Informationen auf der Website fehlen oder schwer auffindbar sind.

Wenn Nutzende anrufen müssen, hat die Website ihr Informationsbedürfnis nicht erfüllt.

Wenn Euer Team regelmäßig dieselben Fragen beantwortet, haben Nutzende diese Informationen auf der Website nicht gefunden oder nicht verstanden. Das ist ein direktes, aber oft unterschätztes Feedback-Signal.

Notiert die häufigsten eingehenden Fragen:

  • Gibt es sie in den FAQs? 
  • Sind die Antworten klar formuliert und leicht auffindbar? 
  • Oder sind sie in langen Texten versteckt, die kaum jemand liest? 

Häufige Nutzerfragen sind die wertvollste Grundlage für Content-Entscheidungen, weil sie zeigen, was Eure Zielgruppe wirklich bewegt. Eine gut strukturierte FAQ-Seite mit konkreten Antworten verbessert nicht nur die User Experience, sondern signalisiert auch Suchmaschinen und KI-Systemen Kompetenz.

Was tun, wenn mehrere Warn­­si­­gnale zutreffen?

Wer sich in zwei oder mehr dieser Punkte wiedererkennt, sollte nicht einzelne Symptome kurieren, sondern die Ursachen systematisch analysieren. Ein UX-Audit schafft dafür die Grundlage.

Wenn Ihr Euch in zwei oder mehr dieser Warnsignale wiedererkennt, ist ein strukturierter UX-Audit der sinnvollste nächste Schritt. Er gibt Euch eine klare Übersicht darüber, wo Eure Website User verliert und welche Maßnahmen die größte Wirkung haben.

Ein UX-Audit analysiert systematisch Nutzerführung, Seitenstruktur, Formulare, mobile Nutzbarkeit und CTAs. Das Ergebnis ist kein allgemeines Optimierungs-Konzept, sondern eine priorisierte Handlungsliste mit konkreten Empfehlungen. In unseren Projekten zeigt sich regelmäßig, dass gezielte UX-Anpassungen schon nach kurzer Zeit messbare Veränderungen in Absprungraten, Formular-Abschlüssen und Anfragevolumen bewirken.

UX-Audit anfragen

Wie wir von LOUIS INTERNET UX-Probleme in der Praxis lösen

UX-Probleme zu benennen ist der erste Schritt. Sie zu lösen ist unsere Aufgabe. Drei Beispiele aus unseren Projekten zeigen, wie wir typische Warnsignale in konkrete Maßnahmen übersetzen.

B2B-Hersteller mit über 500 Produkten 

Ein Industrieunternehmen kam zu uns, weil die Anfragerate trotz solider Besucherzahlen stagnierte. Die Analyse zeigte: Das Kontaktformular war auf einer tiefen Unterseite versteckt und auf mobilen Geräten durch zahlreiche Felder sowie fehlende Responsiveness kaum bedienbar. Wir haben die Seitenstruktur neu aufgesetzt, das Formular auf drei Pflichtfelder reduziert und auf jeder Produktdetailseite direkt zugänglich gemacht. Das Ergebnis: deutlich kürzere Klickwege und ein spürbarer Anstieg der Direktanfragen.

Corporate Website eines global aktiven Produktionsunternehmens

Ein international tätiges Unternehmen mit mehreren zusammengeführten Geschäftsbereichen hatte eine Navigation, die aus Innensicht strukturiert war, jedoch nicht aus Zielgruppensicht. Besucher fanden das Leistungsangebot nicht auf Anhieb, Anfragen kamen häufig mit der Frage: "Was macht ihr eigentlich genau?" Wir haben Navigation und Informationsarchitektur komplett neu konzipiert, Personas und User Journeys entwickelt und die Hauptleistungen mit einem Klick erreichbar gemacht.

Online-Shop mit stagnierender Conversion 

Ein B2C-Shop hatte eine technisch funktionsfähige Warenkorbstrecke und dennoch eine Abbruchrate, die auf ein UX-Problem hindeutete. Die Produktdetailseiten lieferten zu wenig Information für eine Kaufentscheidung, Trust-Elemente fehlten fast vollständig. Wir von LOUIS INTERNET haben Layout, Produktbeschreibungen und den Checkout-Prozess überarbeitet. Zusätzlich wurden visuelle Vertrauenssignale gezielt eingesetzt, um die Hemmschwelle zur ersten Bestellung zu senken.

Erkennt Ihr Euch in einem dieser Szenarien wieder? Dann sprecht uns an!

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Häufige Fragen zu UX-Problemen auf Websites

Hier findet Ihr Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um UX-Probleme, UX-Audits und den Unterschied zwischen UX und UI.